Das Wort Kooperation faellt ziemlich oft! 1
Was wir in den letzten Monaten alles gemacht haben, ist für mich der Wahnsinn. Inzwischen haben wir einen Blog für unsere Praktikanten, und ich denke es wird langsam ein mal Zeit selbst aufzuschreiben was ich gerade tue.
Ich wollte schon lange mehr in unseren Blog schreiben, aber nur selten fiel mir wirklich etwas ein, auf das ich auch Lust hatte es einer breitgefächerteren Öffentlichkeit zu präsentieren. Eigentlich sollte ich alles aufschreiben, was ich lerne - ob das jetzt ein Fehler ist, den ich jahrelang gemacht habe, eine neue Technologie die ich kennenlerne, neue Erkenntnisse beim arbeiten an einem bestimmten Konzept oder interessante Hintergrundinformationen über das Weltgeschehen.
Wobei ich aber am meisten lerne, ist das Themen und Schwerpunkt übergreifende, über einen langen Zeitraum ausgelegte strategische Arbeiten und Konzipieren. Es ist schon interessant genug eine normale Firma aufzubauen, aber an einer Organisation mitzuwirken die über sich hinaus wachsen, sich vor keinem wichtigen Thema drücken, das Ganze im Auge behalten, und dabei den Brückenschlag zwischen Individualität, Dezentralität und einer Wachstumsfähigen Struktur wagen will.
Das ist viel verlangt - es klingt auf den ersten Blick schon viel, und es ist viel mehr als es auf den ersten Blick klingt. Und gerade in einer Phase in der all die dahinterstehenden Konzepte mehr und mehr nach Aussen getragen werden, verlangen sie auch nach Umsetzung und praktischer Zugänglichkeit. Es reicht z.B. nicht Menschen davon zu erzählen wie viel effektiver und zu gleich angenehmer es für sie wird mehr zu kooperieren - auf eine ehrliche Art und Weise, und nicht bloss auf den kurzfristig gesehen größtmöglichen Vorteil bedacht -, es reicht auch nicht ihnen zu erzählen wie viel mehr Sicherheit sie durch ein umfangreiches, eng zusammenarbeitendes Netzwerk erlangen können, als z.b. durch finanzielle Rücklagen.
Die Menschen müssen das erstmal anfangen zu erleben, und selbst mitzugestalten wie sich ein solches synergetisches Netzwerk entwickeln kann.
In der Praxis treffen wir uns deshalb zur Zeit mit unglaublich vielen Menschen, hören uns an was sie vorhaben, erzählen ihnen was wir so machen - hören uns ihre Meinungen an, und tauschen uns mit ihnen über unsere aus. Manchmal verkaufen wir ihnen dann etwas (d.h. Dienstleistung gegen bunte Baumwollscheine), manchmal beschliessen wir mehr zusammen zu arbeiten, oftmals freuen wir uns auch einfach wirklich uns kennen zu lernen. Jedes mal wenn ich aus einem Treffen herausgehe habe ich etwas neues gelernt, und wenn ich meinen Job gut gemacht hab, die anderen Personen hoffentlich auch.
Wer uns kennt bekommt schnell mit, dass wir häufig gefragt werden, wie wir es schaffen wollen so viele Dinge gleichzeitig zu tun. Häufig kommt der gute Ratschlag, wir sollen uns doch fokussieren. Gelegentlich meint sogar einer, jeder müsste sich letzendlich auf irgend etwas spezialisieren, so also auch wir. Das ist beides, falsch und richtig. Was ich aber wirklich lernen musste, war nicht mich auf ein bestimmtes Thema, einen Schwerpunkt oder ein Projekt zu konzentrieren. Letztendlich ist es Teil, besser gesagt Kern, des Projektes einzelne Bereiche nicht ohne Berücksichtigung ihrer Relationen, also Abhängigkeiten und Synergiemöglichkeiten zu betrachten. Die Schwierigkeit liegt also nicht darin, sich für eins zu entscheiden, sondern tatsächlich darin trotz der Vielfalt einen klaren Kopf zu bewahren. Und das wird auch entschieden leichter, wenn es einmal im Kopf drinnen ist, dass eigentlich alle Bereiche mit einander in Verbindung stehen.
Der Job des Brueckenschlaegers bestehet ja genau darin Bruecken zu schlagen, und in diesem Fall wagen wir den Brueckenschlag zwischen verschiedenen Themenbereichen, Fachgebieten, Agenturbereichen, Branchen - und werden dafür ab einem gewissen Punkt reich belohnt: Das ganze lässt sich anhand des Beispiels Supermarkt leicht erläutern:
Wir alle gehen in den Supermarkt, entweder täglich, oder zumindest alle paar Tage, und lassen dort, über einen längeren Zeitpunkt betrachtet, einen Großteil unseres Geldes. Ich zieh mir mal eine Zahl aus den Fingern, und behaupte es handelt sich dabei um Durchschnittlich 20% des gesamten Geldflusses (So ein paar Luxusgütter wie Schokolade, Kaffee, Tee mal miteingerechnet).
Wir sind aber nicht alleine, sondern wir skalieren. Angenommen wir starteten mit einer kleinen Webentwickleragentur, sind aber nach ein paar erfolgreich abgewickelten Aufträgen auf ein ansehnliches Team von 15 Programmierern und ein paar Projektleitern, Vertrieblern, Marketingfuzzis usw. angewachsen. Also sagen wir mal, insgesamt sind wir 20 Leute. diese brauchen insgesamt jeweils (wir sind ja cool und wollen non-profit bleiben) 1000 Euro zum leben. Davon gehen also ca 200 Euro pro Person an die Supermärkte, bei 20 Menschen macht das 4000 Euro pro Monat, Natürlich wieder 20% des gesamten Personalaufwandes des Unternehmens, eventuell um die 10% der gesamten Kosten des Unternehmens.
Während all diese Leute sich mal, hier und da, bei unserer Anbaukooperative (www.loewengarten.de) auf dem Feld betätigen könnten an statt im Supermarkt rumzuhängen, müssten sie sich auch in der restlichen Zeit wesentlich weniger vor Computern abmühen um zu tun was Kunden wollen und Gewinn zu erwirtschaften. Das gleiche Spiel lässt sich wiederholen, und zwar für fast alle Bedürfnisse des täglichen Lebens: Wohnraum, Vergnüngen, Lebensmittel, sogar Fortbewegung und Reisen.
Anstatt also all diese Zeit mit Geld verdienen und es wieder ausgeben zu verbringen, könnten all diese Menschen sie in sinnvollere Dinge investieren, wie z.b. tolle Projekte oder ihre persönliche Weiterentwicklung und Sammlung von Lebenserfahrung. Oder einfach für was sie wollen.
Ich will auch dafür mal einen Prozentwert herbei holen, um das mal zu veranschaulichen: Bislang leider noch bloss im Kopf überschlagen, geh ich mal von - für mich sehr realistsich klingenden - 30-50% tatsächlicher Zeitersparnis aus. Weil vielleicht nicht alle bei allem mitmachen wollen, wäre diese Zahl vielleicht erstmal ein bisschen kleiner. Trotzdem beachtlich, und falls wir nun von einer Gesamtgröße des Netzwerkes von 2000 Einzelpersonen und 30% und einer 30 Stundenwoche aus ausgehen, handelt es sich dabei um ansehnliche 72000 Stunden gewonnen Arbeitskraft für tolle Projekte (die bei sinnvoller Auslegung auch erneutzusätzliche Synergieeffekte auslösen können).
Ohne dieses Argument, hätte ich manchmal in Diskussionen mit radikalen Linken nicht zu meinen Vorstellungen stehen können, die uns vorwurfen, durch das blosse Einlassen auf die Marktwirtschaft, müssten wir uns zwangsläufig den Gesetzen des Marktes unt45werfen, müssen wir also Verwertungslogik auf die Tagesordnung setzen, uns gegen Konkurrenz behaupten, und all den Schmus der den Kapitalismus so fettig macht. Das glaube ich allerdings nicht, denn durch ein bisschen Zusammenhalt und Zusammenarbeit, durch Kooperations- statt Konkurrenzdenken, lässt sich meiner Meinung nach leicht genug Druck aus den “Gesetzen des Martkes” nehmen, um die restliche Zeit dafür zu nutzen nicht Hals und Kopf im Kampf um Geld zu verlieren - sondern sich, als Einzelpersonen, als Firmen, als Netzwerk, Stück für Stück unabhängiger von Geld (oder besser gesagt externen Bezugsquellen von Ressourcen und Dienstleistungen) zu machen.
Wenn das alles immer noch zu kompliziert klingt, nochmal kurz gesagt: Kooperation spart Zeit, nettes Miteinander und angenehmeres Lebens- und Arbeitsklima senkt allgemein den Bedarf an Ablenkung, vermindert Reibungsverluste, erhöht die Produktivität. Das alles spart Zeit und Geld. Gespartes Geld ist gesparte Zeit, denn schliesslich muss man für das Geld ja dann nicht mehr arbeiten. Gesparte Zeit heisst mehr Raum für Selbstverwirklichung, Spass uns Freude. Die gewonnene Lebensfreude spart wiederum Geld.
Wer sich langweilt: Es gibt genug zu tun :)
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About the never ending discussion with the left scene I find it also when I say that I m a professional VJ and I play in commercial parties, well my opinion about is: we could stay pure and poor, doing soliparty for social reason (that we do), but if you speak only to people who understand, you will not get much more then a compliment; the challenge for me is to reach the normal people, the brainwashed, is this my “visuals” target, those people have to think about Fair trade, Government lies, social gaps, we know it already. Who is Illuminated is a small (growing!) percentage but we need the normal people to make the world a better place. I work on compromise, I come from Italian Syndicate school of life. But I do not leave my point of view, I do not accept something that goes out of my Ideology. Yes there is a lot to do and will be great do it together!